Hygiene
Die Bedeutung der Krankenhaushygiene wurde erstmals 1846 vom Gynäkologen und Geburtshelfer Prof. Ignaz Semmelweis in Wien erkannt. Er konnte durch Einführung der "Händehygiene" die Rate an Kindbettfieber drastisch senken. Heute gehört die Krankenhaushygiene zu den wichtigsten Aufgaben aller in der Medizin Tätigen. Mit der Verabschiedung des neuen Infektionsschutzgesetzes im November 2011 erhält die Krankenhaushygiene eine verstärkte auch gesetzlich gestützte Bedeutung im Krankenhausalltag. Ziel einer zeitgemäßen Krankenhaushygiene ist nicht nur die Verhinderung von Krankenhausinfektionen, sondern auch der Verbreitung und dem Fortschreiten von Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken. Die Krankenhaushygiene muss darüber hinaus auch umwelt-, sozial und psychohygienische Aspekte berücksichtigen.
Im Klinikum Worms existiert seit vielen Jahren ein Hygienemanagement entsprechend den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI),. Zentrale Stelle ist die mehrmals im Jahr tagenden Hygienekommission, in der die tragenden Säulen der Krankenhaushygiene (beratende Krankenhaushygieniker, Ärztlicher Direktor, Hygienefachkräfte, hygienebeauftragte Ärztinnen und Ärzte der einzelnen Kliniken) zusammenarbeiten. Dazu kommen Hygieneansprechpartner in allen Bereichen des Klinikums.

Ergebnisse der Beratungen der Hygienekommission werden in Form von Hygieneplänen, Dienst- und Verfahrensanweisungen umgesetzt.
Die Leistungen des Bereiches Krankenhaushygiene sind:
- Erstellung von Hygieneplänen nach § 36 IfSG
- Epidemiologische Aufklärung von nosokomialen Infektionen
- Bereitstellung einschlägiger statistischer Auswertungen für das Klinikum Worms
- Infektionserfassung / Surveillance nach § 23 IfGS
- Erstellung von Standards für spezielle hygienerelevante Erkrankungen und Erreger
- Betreuung aller Klinikbereiche in Fragen der Krankenhaushygiene
- Personalschulungen und Fortbildungsveranstaltungen
- Überprüfung von Wasserproben, Sterilisatoren, Reinigungsmaschinen
- Unterstützung bei der Zusammenarbeit mit den Behörden der Gesundheitsaufsicht
- Empfehlungen zum Antibiotikumverbrauch und differenzierten Einsatz von Antibiotika zusammen mit der fachlichen Leitung der Krankenhausapotheke
Das Klinikum Worms nimmt an der Infektions-Surveillance (KISS = Klinik Infektions Surveillance System) des RKI Berlin mit den folgenden Modulen teil:
- ITS-KISS (Erwachsenen-Intensivstation)
- NEO-KISS (Neugeborenen-Intensivstation)
- HAND-KISS (Hände-Desinfektion)
- OP-KISS (Orthopädie und Unfallchirurgie)
Das Robert-Koch-Insitut (RKI) hat 2010 zum Thema MRSA eine Erhebung an deutschen Krankenhäusern durchgeführt, die im Deutschen Ärzteblatt publiziert wurde.
Antibiotikaresistenz: Präventionsmaßnahmen deutscher Krankenhäuser bei MRSA
Das Thema Krankenhaushygiene ist weiterhin und ständig aktuell, würden sich doch bei konsequenter Umsetzung der entsprechenden Empfehlungen ca. 1/3 der Klinikinfektionen vermeiden lassen. Hiezu trägt ein gutes Hygienemanagement entscheidend bei. DAs wurde im DEUTSCHEN ÄRZTEBLATT im November 2012 noch einmal herausgestellt.
http://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=132940
