Leistungen
Gastroenterologie
Endoskopische Untersuchungen
Kernstück der Gastroenterologie ist die modern ausgerüstete Endoskopieabteilung. Hier wird neben den heute zur Verfügung stehenden Standarduntersuchungsverfahren Gastroskopie, Koloskopie, Bronchoskopie, Mini-Laparoskopie, endoskopische retrograde Cholangio-Pankreaticographie (ERCP) die gesamte Palette der interventionellen endoskopischen Techniken angeboten. Diese beinhaltet u.a. moderne Verfahren zur Blutstillung (Clip-Applikation, Argon-Beamer-Behandlung), zur Behandlung von Krampfadern der Speiseröhre (Gummibandligatur), zur palliativen Tumortherapie (Argon-Beamer-Behandlung von stenosierenden Tumoren, Applikation von Stents) sowie Techniken zur Entfernung von Gallengangssteinen (mechanische Lithotripsie, ESWL). Zur Abgrenzung krankhaft veränderten Gewebes von gesundem Gewebe wird neben High-resolution-Endoskopen mit HD-Bildschirmen die Chromoendoskopie, eine Färbemethode, eingesetzt. Zusätzlich steht für die Untersuchung des Dickdarmes ein spezielles Zoom-Endoskop zur Verfügung, mit dem die Schleimhautstruktur bis in den mikroskopischen Bereich vergrößert dargestellt werden kann. Bei Erkrankungen des Dünndarmes wird die moderne Kapselendoskopie eingesetzt. Im Rah¬men der ERCP werden zur palliativen Behandlung von Gallengangs- und Pankreastumoren Stents in das Gallengangsystem platziert. Als weitere Alternative steht die perkutane transhepatische Cholangiographie (PTC) mit der Möglichkeit der Ableitung von Gallenflüssigkeit zur Verfügung. Besonders aufwändige endoskopische Untersuchungen werden auch für Krankenhäuser der Umgebung durchgeführt.
Notfallendoskopie
Die Durchführung lebensrettender endoskopischer Untersuchungen und Interventionen erfolgt durch einen Bereitschaftsdienst, der von den Oberärzten und den gut ausgebildeten Endoskopieschwestern (Leitende Endoskopieschwester: Frau Martina Koch) zu jeder Tages- und Nachtzeit gewährleistet wird.
Mini-Laparoskopie
Ein in jüngster Zeit wieder aktuelles Verfahren ist die Mini-Laparoskopie, die zur Diagnostik von Lebererkrankungen und zunehmend als Staginguntersuchung bei gastrointestinalen Tumoren eingesetzt wird. Die Mini-Laparoskopie ermöglicht die gezielte Entnahme von Gewebeproben aus Leberherden und intraperitonealen Prozessen.
Ultraschalldiagnostik
Einen weiteren wichtigen Schwerpunkt stellt die Ultraschalldiagnostik dar, in der ca. 4.500 Untersuchungen pro Jahr durchgeführt werden. Die Kontrastmittelsonographie steht zur Diagnostik v. a. gutartiger und bösartiger Leberherde zur Verfügung. Zur weiterer Abklärung werden die Feinnadelaspirationszytologie und die ultraschallgesteuerte Histologiegewinnung eingesetzt. Auch können bei Abszedierungen im Abdomen ultraschallgesteuert Drainagen eingelegt werden.
Bei Ösophagus-, Magen- und Pankreastumoren wird die Endosonographie eingesetzt, die ebenfalls die Gewinnung einer Aspirationszytologie ermöglicht.
Gastroenterologisches Funktionslabor
Im gastroenterologischen Funktionslabor werden zur Diagnostik von Malabsorption und bakterieller Fehlbesiedlung des Dünndarms eine Reihe moderner, nichtinvasiver Atemtestverfahren durchgeführt.
Der Nachweis einer Helicobacter pylori-Infektion kann mit Hilfe von nichtradioaktiven stabilen Isotopen ohne Einsatz endoskopischer Methoden ebenfalls per Atemtest erbracht werden.
Hepatologie
Einen zunehmenden Stellenwert in der Hepatologie nimmt die Behandlung viraler Lebererkrankungen durch aktuelle Therapieformen (Interferone, Virustatika) ein. Auch die oben beschriebenen endoskopischen Methoden erweitern die Behandlungsmöglichkeiten der Komplikationen der fortgeschrittenen Lebererkrankungen.
Diabetologie
Im Schwerpunkt Diabetologie stellt die Betreuung von Patienten mit Diabetes mellitus Typ1 und Typ2 mit ihren vielfältigen Problemen eine besondere Herausforderung dar. Schulungen für Typ 1- und Typ 2-Diabetiker werden nach den Richtlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) stationär und ambulant durchgeführt. Die Klinik nimmt an den DMP-Programmen für Typ1- und Typ2- Diabetiker, zur Einleitung und Dauerbehandlung von Patienten mit Insulinpumpentherapie, zur Behandlung von schwangeren Typ1-Diabetikerinnen und für die Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom teil. In diese wichtige Aufgabe sind drei Ärzte, drei Diabetesberaterinnen (2 Diabetesberaterinnen DDG, 1 Diabetesassistentin DDG) und drei Diätassistentinnen eingebunden. Die Schulungen werden nach den Gesichtspunkten einer strengen Qualitätskontrolle evaluiert. Die Abteilung ist als Behandlungseinrichtung sowohl für Typ 1-Diabetiker als auch für Typ 2-Diabetiker durch die DDG anerkannt. Es besteht die Möglichkeit zur kontinuierlichen Blutzucker-Messung mittels CGMS-Sensor. Zur Verbesserung der Behandlung von Diabetikern im gesamten Klinikum wurde ein Diabetes-Interventionsteam etabliert, das bei erhöhten Blutzuckerwerten im Labor oder auf Anforderung durch die Station die Diabetestherapie unterstützt.
Ein Schwerpunkt ist die Behandlung von Patienten mit Diabetischem Fuß-Syndrom. Es besteht die Zertifizierung als Fußbehandlungseinrichtung ADE-RLP, die regelmäßige Hospitationen und eine Diskussion der Behandlungsergebnisse sowie regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen beinhaltet. Es besteht eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Angiologie der Medizinischen Klinik I, mit der Gefäßchirurgie innerhalb der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, dem Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie und der Klinik für Orthopädie und Kinderorthopädie. Extern, insbesondere in der cruralen Bypasschirurgie, besteht eine enge Kooperation mit Herrn Prof. Rümenapf, Speyer. In zweiwöchentlichen Abständen findet der Arbeitskreis Diabetisches Fußsyndrom des Klinikums Worms statt, in der die Experten des Klinikums gemeinsam mit Prof. Rümenapf und Kollegen der Diabetesschwerpunktpraxen Behandlungsoptionen für jeden einzelnen Patienten besprechen.
Moderne Therapieformen wie Madentherapie, Vakuumtherapie und aktive Wunddrainage werden zur optimalen Wundversorgung eingesetzt. Es wurde ein `DFS-Team` zur strukturierten Wundbehandlung etabliert. Beide Teammitglieder sind examinierte Krankenschwestern, eine besitzt die Qualifikation zur Wundmanagerin DDG und nach Kammerlander. Die komplette Wunddokumentation mit Fotografien wird computerunterstützt durchgeführt. Die Verzahnung von stationärer Versorgung und diabetischer Fuß-Ambulanz garantiert eine optimale Therapie der betroffenen Patienten.
Gemeinsam mit der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe und der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin besteht eine enge Zusammenarbeit im Rahmen des Perinatalzentrums in der Behandlung von Patientinnen mit Gestationsdiabetes und von schwangeren Typ1- und Typ2-Diabetikerinnen. Zusammen mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin wurde eine Übergangssprechstunde für Jugendliche mit Typ1-Diabetes gegründet, um den Übergang der Diabetestherapie vom Kinderarzt zum Internisten zu ermöglichen.
Onkologie
Durchgeführt werden fast alle chemotherapeutischen Tumorbehandlungen aus dem Spektrum der Inneren Medizin. Alle Patienten werden nach festgelegtem Therapieplan behandelt, in der Regel nach den Richtlinien der Arbeitsgemeinschaft In¬ternistische Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft.
Inzwischen wurde das Darmzentrum nach ISO 9001 zertifiziert. Das von der Medizinischen Klinik II organisierte, wöchentlich stattfindende Tumorboard, an dem die Chirurgen, niedergelassene Gastroenterologen und Hämato-/Onkologen, Pathologen, Strahlentherapeuten und Radiologen teilnehmen, gewährleistet eine optimale Behandlung.
Notwendige Strahlentherapien, die stationär und ambulant durchgeführt werden können, werden mit der Strahlentherapeutischen Praxis am Haus abgestimmt.
Kooperation und Fortbildung
Die Medizinische Klinik II kooperiert eng mit der Medizinischen Klinik I. Eine gemeinsame Morgenbesprechung und Fortbildungsveranstaltungen (Jours fixes) ermöglichen den steten Austausch von wichtigen Informationen zwischen den Abteilungen und den niedergelassenen Ärzten. Eine wöchentliche Abteilungsbesprechung der Medizinischen Klinik II mit der Darstellung aktueller Themen der Gastroenterologie und Diabetologie dient der regelmäßigen Fortbildung, der Standardisierung von Diagnostik und Therapie sowie der Qualitätskontrolle. Für Studenten im Praktischen Jahr werden gesonderte Seminare angeboten.
