Ultraschall in A & I
Anästhesie trifft Sonographie
Ultraschall weist Anästhesisten den Weg
Für viele Patienten, die im Klinikum Worms operiert werden, ist die neue Ultraschall-Technik ein Segen: Seitdem sich die Anästhesisten bei der Betäubung von Nerven und bei der Anlage von Gefäßzugängen von modernsten Ultraschallgeräten den Weg weisen lassen, benötigen sie nur noch einen Bruchteil der bisher erforderlichen Narkosemittel, die Anlage von Arterien- und Venenkathetern und Katheter ist praktisch schmerzfrei und im Nu erledigt. Der Vorteil für die Patienten: Sie nehmen von der Prozedur kaum etwas wahr, die Dosierung von Narkose- und lokalen Betäubungsmitteln konnte deutlich reduziert werden. Seit 2007 - inzwischen über 5.000 Mal - werden ultraschallgestützte Nervenblockaden am Klinikum Worms durchgeführt und regelmäßig Kurse für andere Ärzte veranstaltet. Bislang werden Ultraschallverfahren in der Regionalanästhesie und bei der Anlage von Gefäßzugängen nur an knapp der Hälfte aller Kliniken in Deutschland angewandt.
Die ultraschallgestützte Regionalanästhesie ist auf dem Vormarsch
Die ultraschallgestützte Regionalanästhesie und Anlage von Gefäßzugängen, bei dem die Ärzte das Betäubungsmittel zielgenau in unmittelbarer Nähe der wichtigsten Nerven verabreichen können und Gefäßzugänge millimetergenau platzieren sind Meilensteine in Anästhesie und Intensivmedizin. Der Unterschied zur bisherigen Methoden ist enorm: Früher wurden die Nerven bei Regionalanästhesien von den Ärzten ertastet oder elektronische Reize halfen ihnen bei der Suche. Da es jedoch viele individuelle Varianten gibt, wie Nerven in den Körperregionen verlaufen, konnte dies einige Zeit dauern, manchmal auch schmerzhaft sein und in nicht wenigen Fällen (5 - 35 %) die Blockade mißlingen, so daß eine Vollnarkose notwendig wurde. Außerdem ist die erforderliche Dosis der Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) bei Einsatz von Ultraschall oft geringer. Bei Operationen an der Schulter ist beispielsweise nur noch rund ein Viertel der herkömmlichen Dosis an Narkosemitteln notwendig. Gerade ältere Menschen profitieren hiervon.
Ultraschall in der Intensivmedizin
11. - 13.05.2012 10.. Kurs "Ultraschall in der Regionalanästhesie und bei der Anlage zentralvenöser Zugänge"
Impressionen von den Ultraschallkursen:
2007: data/US_Kurs2007-IP.pdf
2009: data/US_Kurs-2009-IP.pdf
Ausgewählte Publikationen zum Einsatz von Ultraschall in Anästhesie und Intensivmedizin
Hüttemann E, Gugel M. An interesting transesophageal echocardiography sequence. J Cardiothorac Vasc Anesth. 2002; 16: 782-83
Hüttemann E, Schelenz C. Myocardial infarction with chest pain and paraplegia. J Cardiothorac Vasc Anesth. 2002; 16: 656-57
Hüttemann E, Schelenz C, Chatzinikolaou K, Reinhart K. Left ventricular dysfunction in lethal severe brain injury: impact of transesophageal echocardiography on patient management. Intensive Care Med. 2002; 28: 1084-88
Hüttemann E, Schelenz C, Franke U, Schlichter A, Reinhart K. TEE bei intracavaler Ausdehnung von Nierenzellkarzinomen - Intraoperatives Management mit transösophagealer Echokardiographie. Anaesthesist 2002; 51: 116-19
Hüttemann E, Schelenz C. An abnormal TEE on bypass. J Cardiothorac Vasc Anesth. 2003;17: 269-70
Schummer W, Schummer C, Tuppatsch H, Reinhart K, Hüttemann E. Zur Anwendung von Ultraschall bei der Anlage zentraler Venenkatheter in Deutschland: Eine Umfrage unter 817 Anästhesieabteilungen. Anasthesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther. 2004; 39: 87-93
Hüttemann E, Schelenz C, Kara F, Chatzinikolaou K, Reinhart K. The use and safety of transesophageal echocardiography in the general ICU – a minireview. Acta Anaesthesiol Scand. 2004; 48: 827-36
Giesser J, Hüttemann E. Sinus valsalva als Emboliequelle: Thrombosierung eines Sinus valsalva bei bikuspider Aortenklappe als seltene Ursache eines embolischen Gefäßverschlusses. Intensiv- und Notfalbehandlung, 2005; 30: 30-33
Schummer W, Schummer C, Tuppatsch H, Fuchs J, Bloos F, Hüttemann E. Ultrasound-guided central venous cannulation: is there a difference between Doppler and B-mode ultrasound? J Clin Anesth. 2006; 18:167-72
Hüttemann E. Transesophageal echocardiography in critical care. Minerva Anaesthesiologica, 2006, 72:891-913
Hüttemann E, Greim CA. Transösophageale Echokardiographie in der Intensivmedizin – Technik, Indikationen und Möglichkeiten. Anasthesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther. 2008; 43:500-12
Schummer W, Sakka SG, Hüttemann E, Reinhart K, Schummer C. Zur Anwendung von Ultraschall bei der Anlage zentraler Venenkatheter in Deutschland: Eine Umfrage unter 802 Anästhesieabteilungen. Anasthesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther. Anaesthesist. 2009; 58:677-85..
Huettemann E. Emergency ultrasound of the chest: Altering patient management by a visual stethoscope. Crit Care Med 2011, 39: 914-915
