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13.06.2016 „Chest Pain Unit“ erfolgreich rezertifiziert

Optimale Versorgung von Patienten mit unklaren Brustschmerzen

Worms, 13. Juni 2016 – Im Fall eines Herzinfarktes zählt jede Sekunde. Um Patienten mit unklaren Brustschmerzen besonders intensiv zu überwachen und im Falle auftretender Infarktanzeichen sofort zu behandeln, wurde in der Notaufnahme des Klinikum Worms bereits im Jahr 2011 eine spezielle Brustschmerzeinheit (engl. „Chest Pain Unit“) ins Leben gerufen. Diese „Chest Paint Unit“ ist nun bereits zum zweiten Mal von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zertifiziert worden. Eine Auszeichnung, die die besondere Expertise des Klinikum Worms auf dem Gebiet der Herzinfarktversorgung abermals bestätigt.

„Patienten mit Brustschmerzen erhalten in der Regel bereits bei der Erstversorgung durch den Notarzt ein EKG, um einen möglichen Herzinfarkt auszuschließen“, erklärt Prof. Dr. Jens Jung, Chefarzt der Medizinischen Klinik I – Kardiologie und Angiologie am Klinikum Worms. „Herzinfarktpatienten werden nach Ankunft in der Klinik unverzüglich in einem unserer zwei Herzkatheterlabore behandelt, damit das verschlossene Herzkranzgefäß möglichst schnell wieder eröffnet werden kann. Patienten mit Brustschmerzen, bei denen im EKG die Diagnose Herzinfarkt nicht sofort gestellt werden kann, werden auf unserer ‚Chest Pain Unit‘ versorgt. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Diagnostik- und Therapieeinheit zur Versorgung von Patienten mit akuten Brustschmerzen. Dank der gesonderten Überwachung können wir gefährdete Patienten schnell identifizieren und rasch eine adäquate Behandlung beginnen“, so der erfahrene Chefarzt weiter. „Neben einem sich anbahnenden Herzinfarkt können auch andere bedrohliche Erkrankungen wie beispielsweise Blutgerinnsel in der Lungenschlagader (Lungenembolie), ein Einriss in der Hauptschlagader (Aortendissektion) oder das Zusammenfallen der Lunge (Pneumothorax) Ursache der Brustschmerzen sein.“

Die in der „Chest Pain Unit“ tätigen Ärzte und Pflegekräfte sind deshalb speziell darauf geschult, die unterschiedlichen Ursachen von Brustschmerzen rasch zu erkennen und zu behandeln. Pro Jahr werden in der „Chest Pain Unit“ etwa 900 Patientinnen und Patienten betreut.

 

 

Spezielle Überwachung der Risikoparameter

Die „Chest Pain Unit“ des Klinikum Worms verfügt über vier Betten, die jeweils mit EKG-Monitoren ausgestattet sind, um eventuell auftretende Herzrhythmusstörungen jederzeit erkennen zu können. Zudem werden Blutdruck und der Sauerstoffgehalt im Blut registriert. Durch Kontrolle von Laborwerten und EKG kann ein sich entwickelnder Herzinfarkt schnell erkannt und behandelt werden. Andere Ursachen von Brustschmerzen können im Zusammenspiel mit den anderen Fachdisziplinen rasch festgestellt und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden. Wenn die entsprechende Diagnose gestellt ist, wird der Patient in Abhängigkeit von der vorliegenden Erkrankung auf Normalstation oder Intensivstation weiterbehandelt.

Herzinfarktnetzwerk Worms-Alzey-Ried

Die „Chest Pain Unit“ ist eine wichtige Ergänzung zu dem bereits seit dem Jahr 2007 bestehenden Herzinfarktnetzwerk Worms-Alzey-Ried. Durch das Herzinfarktnetzwerk ist gewährleistet, dass bei Herzinfarktpatienten bereits durch den Notarzt die notwendigen Behandlungsschritte am Klinikum Worms eingeleitet werden können, damit möglichst wenig Zeit vergeht bis das verschlossene Infarktgefäß wieder durchgängig ist. Durch diese sehr schnelle Herzinfarktbehandlung und weitere verfeinerte Behandlungsmethoden im Herzkatheterlabor konnte in den letzten Jahren die Infarktsterblichkeit erheblich reduziert werden.

 

Über uns:

Das Klinikum Worms ist ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung mit 696 Betten, verteilt auf 12 Hauptfachabteilungen und Fachbereiche sowie zwei Belegabteilungen. Aktuell kümmern sich über 1.800 Mitarbeiter um jährlich rund 32.000 stationär und über 40.000 ambulant behandelte Patienten. Das Klinikum Worms gehört damit zu den fünf größten Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz.

Als Schwerpunktversorgung sind im Rahmen des Krankenhauszielplanes die Geburtshilfe, die Unfallchirurgie, die Kardiologie mit Schlaganfall-Spezialstation (Stroke Unit) und die Gastroenterologie ausgewiesen. Darüber hinaus ist das Klinikum Worms als Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe (Level 1 für extrem untergewichtige Neu- und Frühgeborene) sowie Diabetologisches Zentrum ausgewiesen. Zusätzlich sind wir als Onkologisches Zentrum, Brust-, Darm- und Prostatazentrum, Gynäkologisches Krebszentrum sowie Traumazentrum zertifiziert. Im April 2015 erfolgte die Übernahme des Evangelischen Hochstift Worms und damit einhergehend die Etablierung einer eigenen Hauptfachabteilung für Geriatrie (Altersmedizin) mit 30 Betten.

Ebenfalls zum Klinikum Worms gehören ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) und ein Ambulantes Operationszentrum mit drei voll ausgestatteten modernen Operationssälen. Hinzu kommt die ans Klinikum angeschlossene Strahlentherapie-Praxis, die von niedergelassenen Ärzten betrieben wird. Die Ärztliche Bereitschaftspraxis der niedergelassenen Ärzte für Worms befindet sich ebenfalls im Klinikum Worms.

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