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29.06.2017 Wenn Übergewicht das Leben bedroht

Klinikum und WoGe rufen neues Adipositas-Zentrum ins Leben
Lebensbedrohliche Folgen von Übergewicht oftmals unterschätzt

Worms, 29. Juni 2017 – Weltweit steigt die Zahl der übergewichtigen und adipösen (fettleibigen) Menschen rapide an. Einer aktuellen Studie zufolge waren im Jahr 2015 weltweit rund 604 Millionen Erwachsene und etwa 108 Millionen Kinder massiv übergewichtig. Die Folgen, welche die „Volkskrankheit“ Übergewicht dabei mit sich bringt, werden oft unterschätzt, wie Privatdozent Dr. Markus Hirschburger, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am Klinikum Worms, erklärt:

„Wir wissen mittlerweile, dass extremes Übergewicht das Risiko für bestimmte Erkrankungen deutlich erhöht. Hierzu gehören vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus, aber auch chronische Nierenleiden oder Beschwerden des Bewegungsapparates. Adipöse Patienten haben darüber hinaus ein gesteigertes Risiko, eine Krebserkrankung oder einen Schlaganfall zu erleiden. Im Jahr 2015 sind weltweit ca. 4 Millionen Menschen an den Folgen ihres massiven Übergewichtes gestorben“, so der Chefarzt. „Dass ein erhöhtes Körpergewicht mit bestimmten Gesundheitsrisiken einhergeht, ist zwar allgemein bekannt, wie drastisch letztere ausfallen können, ist vielen aber dennoch nicht bewusst. Deshalb ist eine Sensibilisierung für dieses Thema so wichtig.“

Die Gründe für extremes Übergewicht sind vielfältig und gehen in der Regel auf komplexe Zusammenhänge von vererbten und körperlichen Einflüssen sowie von Verhaltens- und Umwelteinflüssen zurück. „Einmal angelegtes massives Übergewicht wieder zu verlieren ist extrem schwierig“, so Privatdozent Dr. Hirschburger weiter. „Oft hilft hier als letztes Mittel nur noch eine so genannte bariatrische Operation, bei der ein operativer Eingriff am Magen vorgenommen wird.“

Wormser Adipositas-Zentrum geht an den Start

Um diesem „schwerwiegenden“ Problem begegnen zu können, haben sich das Klinikum und die niedergelassenen Ärzte im Wormser Gesundheitsnetz (WoGe), Ernährungstherapeuten und das klinikumseigene Zentrum für Gesundheitsförderung (ZfG) zusammengetan und gemeinsam ein Adipositas-Zentrum ins Leben gerufen. „In unserem Adipositas-Zentrum möchten wir betroffenen Patienten helfen, ein neues Leben zu beginnen und sie auf diesem Weg intensiv begleiten“, erklärt Privatdozent Dr. Hirschburger.

Eine mögliche Operation (bariatrische Operation) ist dabei aber nur ein Bestandteil des mehrstufigen Behandlungskonzeptes. Zur Vorbereitung auf eine eventuell anstehende Operation erfolgt in der Regel zunächst eine sechs bis zwölf Monate dauernde Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie als konservative Maßnahme. „Insbesondere bei sehr fortgeschrittenen Krankheitsstadien der Adipositas ist ein anschließender operativer Eingriff meist die einzige Möglichkeit, den Patientinnen und Patienten dauerhaft zu helfen. Neben der reinen Gewichtsreduktion steht vor allem die Mitbehandlung der Folgekrankheiten (Diabetes mellitus, Bluthochdruck etc.) im Vordergrund, die durch die operative Therapie oft dauerhaft beseitigt werden können, ohne weiterhin Medikamente einnehmen zu müssen“, berichtet Privatdozent Dr. Hirschburger.

„Genauso wichtig wie der chirurgische Eingriff ist die dauerhafte und engmaschige Nachbetreuung der betroffenen Patienten durch Hausarzt und die beteiligten Spezialisten. Ohne eine mit der Operation einhergehende Änderung der Ernährungsgewohnheiten ist der Erfolg sonst in Frage gestellt“, ergänzt WoGe-Vorstand Paul Brämer. „Dank dieses Expertennetzwerkes ist es uns möglich, unsere Patienten vor, während und nach der Operation bestmöglich zu betreuen“, so Brämer weiter.

Der Kontakt zum neu gegründeten Adipositas-Zentrum kann über das Sekretariat der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie des Klinikums Worms erfolgen (Telefonnummer: 06241 501-3102, E-Mail: Chirurgie.1@klinikum-worms.de).

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