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Ablauf im Brustzentrum

Wird bei Ihnen z.B. durch Ihren Frauenarzt ein auffälliger oder abklärungswürdiger Brustbefund festgestellt, erfolgt zunächst die Vorstellung in einer unserer Brust-Spezialsprechstunden. Alle bislang erstellten Befunde wie z.B. Ultraschall oder Röntgen-Mammographie incl. eventuell vorhandener Voraufnahmen aus früheren Jahren sollten zu diesem Sprechstundentermin mitgebracht werden. Sie werden hier durch unabhängige Radiologen einer Zweitbefundung unterworfen.

Im Rahmen des Mammographie-Screening-Programms werden die in der Screening-Einheit Alzey (Dr. A. Kob) entdeckten Mammakarzinome bzw. abklärungswürdigen Herdbefunde in diesem Brustzentrum weiter abgeklärt und behandelt. Dazu nimmt der Leiter des Brustzentrums oder seine Vertreterin regelmäßig an den wöchentlichen Konferenzen in Alzey teil, um dort zusammen mit den Röntgenärzten und Pathologen den Patientinnen die angetroffene Befundkonstellation, deren Bedeutung und das weitere Vorgehen zu erläutern. Dadurch wird den Patientinnen viel Angst genommen, weil sie schon einmal einen Arzt oder eine Ärztin aus dem weiterbehandelnden Brustzentrum kennengelernt haben.

Sprechstundenplan der Ambulanzen der Frauenklinik und des Brustzentrums am Klinikum Worms:

  Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
8.00   Prof. Hitschold/OÄ Nixdorf: Plast. Mammachir., Spezialfragen (71/72) Dr. Adolph: Präoperative Markierung OA Kögel: Spezielle Onkologie, Chemotherapie + Telefonsprechstunde Dr. Adolph: Präoperative Markierung
9.00 Prof. Hitschold: Pränatal-diagnostik I DEGUM II-Sono   Prof. Hi./OA Mahouttchi: Pränataldiagnostik III  

Prof. Hitschold/OA Kögel: Urogynäkologie            Gyn. Onkologie
OÄ Siry: Dysplasiesprechstunde

10.00 Prof. Hitschold/OA Mahouttchi: Pränatale Diagnostik II (invasive Diagnostik) Prof. Hitschold/OÄ Nixdorf:
Brustsprechstunde
Nachsorge, Zweitmeinung
11.00 OA Kögel: Allgemeine Gyn. Onkologie Therapieplanung (Tagesklinik) Prof. Hitschold /  OA Mahouttchi / OA Grube: Doppler-
sonographie Geburtsplanung II
Prof. H./OÄ Nixdorf: Mamma 1 (Stanzen, Mamma-
sonographie)
Dr. Adolph/ Prof. H: Mamma 2 (Stereotaxie, Zweit-
befundung)
Prof. Hitschold: Privatsprechstunde TU-Nachsorge
12.00  
13.00 OÄ Siry/OA Grube: Sprechstunde Ambulantes Operieren Oberärzte: Konsil-
sprechstunde
Oberärzte: Konsil-
sprechstunde
14.00        
15.00     Tumorboard   Sprechstunde Angehörige (o.n.Vereinb.)
16.00   Prof. Hitschold: Privat-
sprechstunde
OÄ Luais: Psychoonkologie Prof. Hitschold: Privatsprechstunde  
17.00 Sprechstunde Angehörige (oder n. Vereinb.)  
18.00   OÄ Luais: Gesprächskreis LEBEN    

Täglich 09.00-12.00 Uhr: Offene Sprechstunde / Telefonsprechstunde / Hotline onkologische Tagesklinik (AOT)

Ltd. OA Dr. Kögel (Tel. 501 3503) oder OÄ Fr. Dr. Nixdorf (Tel. 501 3509)

Organisatorische Fragen / kurzfristige Patientinnen-Anmeldung / Rückfragen ambulante onkologische Therapie:

Schwester Bärbel Ofenloch, Ltd. Fachschwester Onkologie AOT  (Tel.  501 3510)

 

Brustsprechstunde

Im Rahmen der Brustsprechstunde am Donnerstag vormittag wird eine histologische Diagnose erstellt, d.h. der Herdbefund der Brust wird unter Ultraschall- oder Röntgensicht lokalisiert und eine minimal-invasive Gewebsprobe entnommen. Hierbei kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, die seit vielen Jahren im Brustzentrum etabliert sind und eine hohe Treffsicherheit und Zuverlässigkeit der Ergebnisse garantieren. Es sind die:

 Mammographische Stereotaxie-Einheit - radiologische Darstellung einer Verdichtung in der Brust

Das Ergebnis aus den gewonnen histologisch untersuchten Gewebsproben wird der Patientin innerhalb von 24- 72 Stunden in einem persönlichen Gespräch durch einen Arzt des Brustzentrums oder durch den betreuenden Frauenarzt mitgeteilt. Bei dem Nachweis einer bösartigen Veränderung wird zunächst durch ambulante Untersuchungen der Lunge, Leber und Knochen überprüft, ob Metastasen (Absiedlungen) in diesen Organen vorliegen (Staging). Diese Termine können wir für Sie organisieren, oft übernimmt dies auch der niedergelassene Frauenarzt.

Dann erfolgt die stationäre Aufnahme zur Operation, in manchen Fällen ist auch eine Vorstellung z.B. in der Spezialsprechstunde für plastische Mammachirurgie erforderlich. Alle diesbezüglichen Termine werden über die Ambulanz des Brustzentrums (Te.: 06241 5013500) koordiniert.

Operationen

Bei Nachweis eines bösartigen Tumors in der Brust ist dessen Entfernung im Rahmen einer Operation unumgänglich. Die Art der Operation hängt von individuellen Beschaffenheiten des Tumors und der betroffenen Brust ab. Wann immer es möglich ist, wird die brusterhaltende Methode gewählt. Dies trifft auf ca. 70-80 % der Patientinnen zu. Sollte eine Brustentfernung notwendig werden, bieten sich verschiedene Möglichkeiten des Brustwiederaufbaus in der gleichen oder einer späteren Operation an. Alle Operationen werden von erfahrenen SpezialistenInnen durchgeführt:

Wiederaufbau durch körpereigenes Gewebe:

Lokale Drüsenschwenklappen
Latissimus Dorsi- Hautmuskellappen (LaDo)
Lokaler Haut- Fett- Schwenklappen (B- Plastik, mod. B- Plastik, Advance-Lappen, Rotationslappen...)
Brustwarzen - und Vorhof- Rekonstruktion (Nippel- Areola- Rekonstruktion)
Freie Lappentransplantation (DIEP) bei unserem Kooperationspartner in der BG-Unfallklinik Ludwigshafen

Brusterhaltende onkoplastische Reduktionsplastik

Weitere Rekonstruktionsverfahren im Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner an der BG-Klinik Ludwigshafen, Abt. für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Prof. Dr. Lehnhardt.

Wiederaufbau unter Zuhilfenahme von Prothesen:

Vordehnung der Haut an der Brustwand mit einem Expander Einlage einer Silikonprothese unter den Brustmuskel Kombination mit Techniken aus körpereigenem Gewebe (LaDo)

Während des stationären Aufenthaltes haben Sie täglich Gelegenheit, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Brustzentrums zu sprechen. Nach der Operation folgt eine stationäre Erholungs- Phase von 5- 10 Tagen. Hier wird eine Begleitung durch Physiotherapie angeboten und Sie werden unser sehr umfangreiches Angebot auf dem Gebiet der Psychoonkologie und Sozialarbeit kennenlernen.

Malseminar im Psychoonkologischen Gesprächskreis LEBEN

Tumorboard

Mit Erhalt aller relevanten Ergebnisse wird die Folge- Behandlung in einer Besprechung mit Experten mehrerer Fachrichtungen (postoperatives interdisziplinäre Tumorboard) festgelegt. An dieser Besprechung nehmen teil:

Die Nachbehandlung (adjuvante Therapie) umfasst verschiedene medikamentöse Verfahren, die im Tumorboard unter Berücksichtigung des Zustandes und der Leistungsfähigkeit der Patientin und der tumorbiologischen Eigenschaften des entfernten Knotens empfohlen werden. Hierbei finden neueste Studienergebnisse sowie die Richtlinien und Empfehlungen der Fachgesellschaften Berücksichtigung. In seltenen Fällen holen wir eine Zweitmeinung zu einer speziellen Fragestellung im Vorfeld bei einem anderen Brustzentrum ein. Grundsätzlich kommen hormonelle Verfahren (Tamoxifen, Aromataseinhibitoren, GnRH-Analoga), diverse Chemotherapien und immunologische Medikamente (z.B. Trastuzumab) sowie Angiogenesehemmer und Small Molecules der neuesten Generation in Betracht. Das Ergebnis der Tumorboard-Besprechung wird Ihnen ausführlich und gerne im Beisein Ihrer Angehörigen in einer eigenen Sprechstunde mitgeteilt. In der Regel haben Sie zu diesem Zeitpunkt die Klinik bereits verlassen. Die Chemo- und Immuntherapie erfolgt in der Regel in unserer eigenen Ambulanten Onkologischen Therapieeinheit (AOT), die direkt neben der operativen Station lokalisiert ist.

Interdisziplinäre Tumorboard-Besprechung

Strahlentherapie

Nach einer brusterhaltenden Operation ist eine Strahlentherapie der Restbrust immer erforderlich, um das Risiko eines Wiederauftretens eines Tumors zu vermindern. In ausgewählten Situationen folgt auch nach Brustdrüsenentfernung eine Bestrahlung. Hierfür ist eine eigene Spezialsprechstunde in Kooperation mit dem Strahlentherapeuten eingerichtet (www.strahlentherapiepraxis-worms.de) . Somit kann diese Therapie gezielt und individuell geplant und die Betroffenen ausführlich beraten werden.

Nachsorge

Die Nachsorge wird in der Regel vom niedergelassenen Frauenarzt durchgeführt. Mit allen Ärzten der Region besteht eine sehr gute Zusammenarbeit, die über einen Kooperationsvertrag geregelt ist. Hierdurch ist z.B. gewährleistet, dass das Brustzentrum regelmäßig Informationen über Ihr weiteres Befinden und die Befunde aus der Nachsorge erhält. Alle diese Daten werden in ein elektronisches Tumordokumentationssystem eingegegeben und fortlaufen aktualisiert. Dies ist ein wichtiges Kriterium der Qualitätssicherung und wird nur an zertifizierten Brustzentren in dieser Weise durchgeführt.

Teilnahme an Studien und Qualitätssicherung

Die Klinik beteiligt sich aktiv sowohl an wissenschaftlichen Projekten der kooperativen Studiengruppen in Deutschland, als auch an internationalen Studien. Damit können auch innovative Therapiekonzepte geeigneten Patientinnen unter wissenschaftlicher Begleitung angeboten werden.

Am   B R U S T Z E N T R U M   Worms werden derzeit folgende Studien durchgeführt:

 

Prophylaxe-Studien

IBIS-II (DCIS):
Prophylaxe mit Anastrozol bei nachgewiesenem DCIS der Brust

Adjuvans-Studien
 
Panther-Studie (geschlossen 10/2011):
Dosisdichte an die individuellen Nebenwirkungen angepasste taxanhaltige     Chemotherapie bei nodal-positivem Mamma-Ca
 
Plan-B-Studie (geschlossen 07/2011):
Adjuvansstudie bei erhöhtem tumorbiologischem Risikopotenzial und Her-2-neu-negativem Mammakarzinom
 
Herzeptin-NIS:
Adjuvante Trastuzumab-Gabe über 1 Jahr mit Erfassung der Nebenwirkungen
 
Compliance-Studien
 
ComPACT-Studie (geschlossen 04/2011):
Überprüfung des Effektes regelmäßiger Patientinnen-Informationen auf die Compliance bei Anastrozol-Einnahme (Arimidex)
 
Evaluate-Studie (geschlossen 12/2011):
Überprüfung des Effektes regelmäßiger Patientinnen-Informationen auf die Compliance bei Letrozol-Einnahme (Femara)
 
Neoadjuvanz-Studien
 
SENTINA-Studie:
Überprüfung des Effektes einer primär-systemischen Chemotherapie auf den axillären Lymphknotenstatus
 
Palliativ.Studien
 
Herzeptin-NIS:
Trastuzumab-Gabe über 1 Jahr mit Erfassung der Nebenwirkungen
 
AVANTI-Studie:
Bevacizumab (Avastin) + Taxan in der metastasierten Situation
 
NIS-HELIXOR:
Nicht interventionelle Studie zur Supportivtherapie mit Mistellektinen bei metastasierten Patientinnen unter Chemotherapie
 
ACT-FASTER:
Epidemiolog. prospektive Kohortenstudie zur Beschreibung von Behandlungsmustern mit Fulvetsrant und Exemestan bei postmenopausalen Pat. mit fortgeschrittenem Mammakarzinom
 
 
G Y N Ä K O L O G I S C H E    O N K O L O G I E   (siehe auch ONKOLOGISCHES ZENTRUM)
 
Ovarialkarzinom AGO-OVAR-12-Studie:
Eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde Phase III Studiezur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von BIBF 1120 in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel im Vergleich zu Placebo in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel.
 
Ovarialkarzinom AGO-OVAR-17-Studie:
Eine prospektive randomisierte Phase III-Studie zur Evaluierung der optimalen Therapiedauer von Bevacizumab in Kombination mit Paclitaxel und Carboplatin bei Patientinnen mit primärem Ovarial-Ca
  
MITO-8 / AGO-OVAR-2.16-Studie:
Pegyliertes liposomales Doxorubicin versus Carboplatin/Paclitaxel bei Patientinnen mit Ovarial-Ca-Rezidiv 6-12 Monate nach vorangegangener platinhaltiger Chemotherapie. Mulicentrische randomisierte prospektive Phase-III-Studie
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Die Klinik führt ein eigenes Tumordokumentationssystem, erhält zudem regelmäßig Informationen aus dem Rheinland-Pfälzischen Krebsregister und der Nachsorgestelle in Mainz und von den niedergelassenen Frauenärztinnen und Frauenärzten. Wir nehmen auch an der landesweiten Qualitätssicherung für die operative Gynäkologie teil. Das Brustzentrum Worms nimmt am Benchmark-Projekt des Westdeutschen Brustzentrums (WBC) teil und erhält halbjährlich die Auswertung im Vergleich zu mehr als 150 anderen Brust-Kliniken. Am Brustzentrum ist neben dem von der Ärztekammer mit Fortbildungspunkten für Ärzte akkreditierten Tumorboard auch ein Qualitätszirkel für "Gynäkologische Onkologie" aktiv, in welchem 4 Mal jährlich aktuelle wichtige Themen der gynäkologischen Onkologie interdisziplinär abgehandelt werden.

Leistungszahlen

 

 
 

 

© Klinikum Worms gGmbH, letzte Änderung: 02.01.2012