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Leistungen

Stationäre Leistungen:

Ambulante Leistungen, jeweils nach telefonischer Vereinbarung (Tel.-Nr. 501-3445):
 

 
Apparative Ausstattung der Neurologie:

Sonographie hirnversorgender Arterien:

Elektroenzephalographie (EEG) inkl. Provokationsmanöver (z.B. Hyperventilation, Fotostimulation)

Schlafentzugs-EEG

Video-EEG (in Kooperation mit der Kinderklinik, Chefarzt Prof. Dr. med. H. Skopnik)

Elektroneurographie (ENG)

Elektromyographie (EMG)

Evozierte Potentiale (AEP, SSEP, VEP, MEP)

Polysomnographie

 

Schlaganfall-Spezialstation „Stroke Unit“

 
Schlaganfall, eine der häufigsten Todesursachen
 
Der Schlaganfall ist in den Industrienationen eine der häufigsten Todesursachen und die häufigste zur Behinderung führende Erkrankung. Das Bild einer schicksalhaft verlaufenden, kaum beeinflussbaren Erkrankung hat sich seit Anfang der 90iger Jahre in positiver Hinsicht deutlich gewandelt. Der Schlaganfall wird heute ähnlich wie der Herzinfarkt als akuter Notfall betrachtet, bei dem rasches Handeln in der Lage ist, das Ausmaß der Schäden zumindest einzudämmen.
 
Symptome
 
Die häufigsten Schlaganfallsymptome bestehen in halbseitigen Lähmungen und/oder Gefühlsstörungen, Sehstörungen wie einem plötzlichen, flüchtigen Sehverlust auf einem Auge, Einschränkung des Gesichtsfeldes oder Doppelbildern, Sprachstörungen (der Patient versteht nicht, was gesagt wird und/oder kann sich nicht verständlich äußern) oder plötzlich aufgetretenem Schwindel.
 
Ursachenklärung: Die Ursache ist bestimmend für  Behandlungsmaßnahmen
 
Der überwiegende Teil der Schlaganfälle beruht auf einer akuten Minderdurchblutung von Teilen des Gehirnes. Dafür verantwortlich sind zumeist aus den Hauptschlagadern oder dem Herzen verschleppte Gerinnsel (Embolien), die eine Hirnschlagader „verstopfen“. Ein Teil der Schlaganfälle beruht auf einer Hirnblutung, bei der eine Hirnschlagader platzt und durch das austretende Blut Hirngewebe geschädigt wird. Die Akutbehandlung von Hirnblutung bzw. Mangeldurchblutung ist völlig unterschiedlich. Von den Symptomen lassen sich beide aber nicht unterscheiden, während die Computertomographie das zuverlässig kann und deshalb erste apparative Untersuchung beim Schlaganfallpatienten ist.
Die weiteren Untersuchungen dienen vor allem der Ursachenklärung, so z. B. Ultraschalluntersuchungen der Hals- und Hirngefäße („Doppler“) bzw. des Herzens über eine transösophageale Echokardiographie („Schluck-Echo“), bei der das Herz von der Speiseröhre aus untersucht wird. Die Untersuchungsergebnisse entscheiden über die Maßnahmen, die zum zukünftigen Schutz vor weiteren Schlaganfällen ergriffen werden können.
 
Was ist eine Stroke Unit?
 
Eine Stroke Unit (Schlaganfall-Spezialstation) dient ausschließlich der Abklärung und Behandlung von Schlaganfallpatienten. Sie hat sowohl den Charakter einer Intensivüberwachungsstation als auch einer Rehabilitationsstation. Die Standorte im Land wurden vom rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerium nach strengen Kriterien ausgesucht.
Die Stroke Unit des Klinikum Worms arbeitet seit 1999 nach einem Konzept, bei dem Neurologen und Kardiologen gemeinsam die Ursachenabklärung, Akutbehandlung und Sekundärprophylaxe der Schlaganfallpatienten vornehmen. Bereits zum zweiten Male wurde unsere Einrichtung von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft als regionale Stroke Unit zertifiziert - ein Beleg dafür, dass dieser interdisziplinäre Ansatz auch von der maßgeblichen Fachgesellschaft anerkannt ist.
 
Das Besondere einer „Stroke Unit“ ist
 
1.) die Spezialisierung auf ein Krankheitsbild mit unmittelbarem Beginn der Behandlung bei gleichzeitiger Ursachenabklärung und dadurch gezielter Prophylaxe weiterer Ereignisse und die
 
2.) Zusammenarbeit der unterschiedlichsten Berufsgruppen vor Ort am Patienten:
 
 
Zeitfaktor und Behandlung auf Schlaganfall-Spezialstation sind entscheidend für den Heilungsprozess
 
In der ganz frühen Phase, etwa den ersten 3 - 4,5 Stunden nach Symptombeginn, kann bei einer Mangeldurchblutung das die Schlagader verstopfende Blutgerinnsel aufgelöst werden („Lyse“). Auch ohne diese Behandlung sind die ersten Stunden entscheidend, ob Schäden am Gehirn und damit bleibende Ausfälle und Beeinträchtigungen verhindert oder wenigstens minimiert werden können. Deshalb empfehlen wir, dass jeder Patient mit einer möglichen Schlaganfallsymptomatik, ohne Verzögerung in eine Klinik mit Stroke Unit aufgenommen wird.
 
Da die Patienten von einer frühzeitigen rehabilitativen Behandlung profitieren, werden sie auf unserer Stroke Unit bereits in der Akutphase je nach Erfordernis von Mitarbeiterinnen der Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie behandelt. Speziell ausgebildete und ständig sich fortbildende Pflegekräfte arbeiten aktiv an diesem Rehabilitationskonzept mit. Spezielle Behandlungsformen in der Sekundärprophylaxe des Schlaganfalles, so Carotis-PTA/Stent (Aufdehnung einer verengten Halsschlagader) oder Verschluss eines offenen Foramen ovale (angeborene „Kurzschlussverbindung zwischen den beiden Vorkammern des Herzens) über ein Katheterverfahren werden im Haus in unserer Kardiologie versiert durchgeführt. Unser Sozialdienst organisiert frühzeitig eine evtl. erforderliche stationäre Rehabilitationsbehandlung und steht ansonsten Patienten und Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite.
 
© Klinikum Worms gGmbH, letzte Änderung: 18.01.2012