Weil bei einem Schlaganfall jede Sekunde zählt...
Im Fachbereich Neurologie stehen alle gängigen diagnostischen Verfahren zur Verfügung...

Unsere Leistungen im Überblick

Zertifizierte Schlaganfall-Spezialstation (Stroke Unit)

Der Schlaganfall ist in den Industrienationen eine der häufigsten Todesursachen und die häufigste zur Behinderung führende Erkrankung. Beim Schlaganfall handelt es sich – wie auch beim Herzinfarkt – um einen akuten Notfall, bei dem rasches Handeln höchste Priorität besitzt. Bei schnell eingeleiteter Behandlung ist die moderne Medizin heute in der Lage, das Ausmaß der Schäden deutlich einzudämmen. Entscheidend sind hier Zeit und Ort der Behandlung. In der ganz frühen Phase, etwa den ersten 3 - 4,5 Stunden nach Symptombeginn, kann bei einer Mangeldurchblutung das die Schlagader verstopfende Blutgerinnsel aufgelöst werden („Lyse“). Durch unmittelbare Einweisung in eine spezialisierte Klinik mit Möglichkeit der Schlaganfallbehandlung auf einer Schlaganfall-Spezialstation (Stroke Unit) kann die Prognose daher entscheidend verbessert werden.

In der regional zertifizierten Stroke Unit des Klinikum Worms werden jährlich etwa 600 Patienten nach vorübergehender (sog. transiente ischämische Attacke, TIA) oder dauerhafter Durchblutungsstörung des Gehirns (Hirninfarkt, Hirnblutung) untersucht, intensivmedizinisch überwacht und akut behandelt. Hierzu arbeiten Neurologen und Kardiologen Hand in Hand an der Ursachenabklärung, Akutbehandlung und Sekundärprophylaxe der Schlaganfallpatienten. Die erforderliche Diagnostik ist dabei rund um die Uhr verfügbar.

Zum diagnostischen Spektrum zählen in Zusammenarbeit mit dem Radiologischen Institut die Computertomographie, Kernspintomographie und Angiographie der hirnversorgenden Gefäße.

Selbständig werden auf der Stroke Unit die Ultraschall-Diagnostik der hirnversorgenden Gefäße und des Herzens (von außen: sog. Transthorakale Echokardiographie, TTE, und von der Speiseröhre aus: Transösophageale Echokardiographie, TEE, „Schluck-Echo“) durchgeführt. Am Monitor am Bett sowie in der zentralen Überwachungseinheit der Stroke Unit werden alle in der Akutphase relevanten Körperfunktionen wie Blutdruck, Puls, Sauerstoffsättigung des Blutes, Körpertemperatur etc. engmaschig überwacht und der jeweiligen Situation angepasst korrigiert.

Kernstück des multiprofessionellen Teams sind die Pflegekräfte, die seit Jahren in der Schlaganfall-Behandlung geübt und teils zu spezialisierten Pflegekräften („Stroke Nurse“) weitergebildet sind.

Da die Patienten von einer frühzeitigen rehabilitativen Behandlung profitieren, werden sie auf unserer Stroke Unit bereits in der Akutphase je nach Erfordernis von Mitarbeiterinnen der Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie behandelt. Unser Sozialdienst organisiert frühzeitig eine evtl. erforderliche stationäre Rehabilitationsbehandlung und steht Patienten und Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite.

Schnelle Durchführung aller notwendigen diagnostischen Verfahren, hohe Intensität in der Akuttherapie und schnelle Weiterleitung in Rehabilitation oder gewohntes häusliches Umfeld sind Kernkompetenzen unserer Stroke Unit.

 

Symptome des Schlaganfalls

Die häufigsten Schlaganfallsymptome bestehen in halbseitigen Lähmungen und/oder Gefühlsstörungen, Sehstörungen wie einem plötzlichen, flüchtigen Sehverlust auf einem Auge, Einschränkung des Gesichtsfeldes oder Doppelbildern, Sprachstörungen (der Patient versteht nicht, was gesagt wird und/oder kann sich nicht verständlich äußern) oder plötzlich aufgetretenem Schwindel.

Der überwiegende Teil der Schlaganfälle beruht auf einer akuten Minderdurchblutung von Teilen des Gehirnes. Dafür verantwortlich sind zumeist aus den Hauptschlagadern oder dem Herzen verschleppte Gerinnsel (Embolien), die eine Hirnschlagader „verstopfen“. Ein Teil der Schlaganfälle beruht auf einer Hirnblutung, bei der eine Hirnschlagader platzt und durch das austretende Blut Hirngewebe geschädigt wird. Die Akutbehandlung von Hirnblutung bzw. Mangeldurchblutung ist völlig unterschiedlich. Von den Symptomen lassen sich beide aber nicht unterscheiden, während die Computertomographie das zuverlässig kann und deshalb erste apparative Untersuchung beim Schlaganfallpatienten ist.

Die weiteren Untersuchungen dienen vor allem der Ursachenklärung, so z.B. Ultraschalluntersuchungen der Hals- und Hirngefäße („Doppler“) bzw. des Herzens über eine transösophageale Echokardiographie („Schluck-Echo“), bei der das Herz von der Speiseröhre aus untersucht wird. Die Untersuchungsergebnisse entscheiden über die Maßnahmen, die zum zukünftigen Schutz vor weiteren Schlaganfällen ergriffen werden können.

Weitere Behandlungsschwerpunkte

  • Schwindel
    • Abklärung, Akutbehandlung
  • Epilepsie
    • Abklärung, Akutbehandlung
    • Neueinstellung mit Antikonvulsiva bzw. Umstellung
  • Multiple Sklerose
    • Abklärung, Akutbehandlung
    • Schubprophylaxe
  • Demenz: Abklärung und Therapie
  • Parkinson-Syndrom
  • Hirn- und Hirnhautentzündung (Meningitis, Enzephalitis)
  • Hirntumore
  • Schädigung des peripheren Nervensystems und der Muskulatur

Diagnostisches Repertoire

Im Fachbereich Neurologie stehen alle üblichen diagnostischen Verfahren zur Verfügung:

  • Elektroencephalographie (EEG, Ableitung der „Hirnströme“)
  • Elektroneurographie (ENG) und evozierte Potentiale (EP), Messungen der Nervenleitfunktionen
  • Elektromyographie (EMG, Messung der elektrischen Muskelaktivität)
  • Ultraschall (Sonographie) der hirnversorgenden Gefäße, des Hirngewebes und der peripheren Nerven
  • Laboruntersuchungen einschl. Liquor- („Nervenwasser“)diagnostik
  • Neuropsychologische Tests, vor allem im Rahmen der Abklärung von kognitiven Leistungseinbußen
  • Fiberendoskopische Schluckdiagnostik (FEES)
  • Weitergehende Funktionsdiagnostik des Gleichgewichtsystems wird von den Kollegen der HNO-Klinik vorgehalten und durchgeführt.