Modernste Medizin und Menschlichkeit...
Strahlentherapie am Klinikum Worms...

Ablauf im Gynäkologischen Krebszentrum


Wenn bei Ihnen im Rahmen der Krebsvorsorgeuntersuchung ein auffälliger Abstrich diagnostiziert wurde oder Veränderungen im Bereich der Scheide oder des äußeren Genitale aufgefallen sind, können Sie sich zur weiteren Abklärung in unserer Dysplasiesprechstunde (Kolposkopie-Diplom OÄ Dr. M. Siry) vorstellen. Unsere Aufgabe in der Sprechstunde ist es, durch zusätzliche spezielle Untersuchungen wie Kolposkopie, Abstrichentnahme, Entnahme von Gewebsproben, spezielle histologische Färbungen und immunhistologische Verfahren eher harmlose entzündliche Veränderungen von Krebsvorstufen (Dysplasien) oder frühen Stadien von Krebs zu unterscheiden, um danach eine Behandlungsempfehlung aussprechen zu können.
Unser Ziel ist eine optimale, auf Ihre persönliche Situation abgestimmte Therapieplanung. Dazu stehen uns alle derzeit anerkannten Therapieverfahren zur Verfügung, die durch Kombination individuell angepasst werden können:
 

  • Medikamentöse Therapie (z.B. Cremes und Zäpfchen)
  • Laserverdampfung (Vaporisation) verdächtiger Bereiche und Warzen
  • Hochfrequenzschlingenentfernung (LEEP) zur punktgenauen Entfernung der veränderten Areale
  • Klassische Konisation und Laserkonisation (Kegelentfernung eines Gewebsstückes aus dem Gebärmutterhals bei fortgeschrittenen Veränderungen)

In der Mehrzahl der Fälle kann die Therapie als ambulanter Eingriff in unserem ambulanten OP Zentrum erfolgen. In besonderen Fällen ist auch eine kurzfristige stationäre Behandlung möglich. Wir bemühen uns immer, eine notwendige Behandlung so schonend wie möglich durchzuführen und dennoch eine vollständige Heilung zu erzielen. Dies gilt insbesondere auch für Frauen mit bestehendem Kinderwunsch.

Die Dysplasiesprechstunde findet Freitag vormittags und auch Mittwoch nachmittags statt, eine telefonische Anmeldung über das Sekretariat der Frauenklinik (06241-5013500) ist erforderlich, sie benötigen eine Überweisung Ihres Frauenarztes.
Ebenfalls am Freitag vormittag findet eine Sprechstunde für gynäkologische Erkrankungen statt, in der z. B. auffällige Veränderungen im Bereich der Gebärmutterschleimhaut und der Eierstöcke durch Ultraschall und Dopplersonographie, ggf. auch MRT/CT weiter abgeklärt werden. Hier gelten die gleichen Kontaktdaten wie bei der Dysplasiesprechstunde, auch hierfür ist eine Überweisung erforderlich.

Je nach Befundkonstellation kann bei Auffälligkeiten im Bereich des inneren Genitale und bei Blutungsstörungen zunächst eine Ausschabung und Gebärmutterspiegelung erforderlich sein, manchmal auch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie). Die tumor- und stadiengerechte onkologische Therapie in unserem Zentrum umfasst die folgenden Möglichkeiten:

  • Abrasio / Hysteroskopie / Endometriumablation / Laparoskopie bei Blutungsstörungen und zur Histologiegewinnung und Tumorstadium-Bestimmung
  • Laparoskopische totale Hysterektomie (TLH) mit oder ohne Adnexentfernung und mit oder ohne pelvine / paraaortale Lymphonodektomie
  • Roboter-assistierte totale Hysterektomie (rTLH) mit oder ohne Adnexentfernung und mit oder ohne pelvine / paraaortale Lymphonodektomie
  • Offene Hysterektomie mit oder ohne Adnexentfernung und mit oder ohne pelvine / paraaortale Lymphonodektomie
  • Offene multiviszerale Resektion (Radikaloperation) bei Ovarial-Ca, ggf. mit gleichzeitiger Chemotherapie in Narkose (HIPEC)
  • Partielle oder totale Vulvektomien mit oder ohne Leistenlymphknoten-Entnahme
  • Bei speziellen Konstellationen auch Sentinel-Lymphonodektomie (Wächterlymphknoten)
     

Während des stationären Aufenthaltes haben Sie täglich Gelegenheit, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gynäkologischen Krebszentrums zu sprechen. Nach der Operation folgt eine stationäre Erholungs- Phase von 7- 14 Tagen. Hier wird eine Begleitung durch Physiotherapie angeboten und Sie werden unser sehr umfangreiches Angebot auf dem Gebiet der Psychoonkologie und Sozialarbeit kennen. Mit Erhalt aller relevanten Ergebnisse wird die Folge- Behandlung in einer Besprechung mit Experten mehrerer Fachrichtungen (postoperatives interdisziplinäre Tumorboard) festgelegt. An dieser Besprechung nehmen teil:

  • Gynäkologe
  • Pathologe
  • Radiologe
  • Strahlentherapeut
  • Nuklearmediziner
  • Gynäkologischer und internistischer Onkologe
  • Psychoonkologe
  • Niedergelassene Frauenärzte


Die Nachbehandlung (adjuvante Therapie) umfasst verschiedene medikamentöse Verfahren, die im Tumorboard unter Berücksichtigung des Zustandes und der Leistungsfähigkeit der Patientin und Tumorart empfohlen werden. Hierbei finden neueste Studienergebnisse sowie die Richtlinien und Empfehlungen der Fachgesellschaften Berücksichtigung. In seltenen Fällen holen wir eine Zweitmeinung zu einer speziellen Fragestellung im Vorfeld bei einem anderen Zentrum ein. Natürlich können auch Sie selbst eine Zweitmeinung einholen, nachdem Sie unseren Therapievorschlag erfahren und mit uns besprochen haben. Das Ergebnis der Tumorboard-Besprechung wird Ihnen ausführlich und gerne im Beisein Ihrer Angehörigen in einer eigenen Sprechstunde mitgeteilt. In der Regel haben Sie zu diesem Zeitpunkt die Klinik bereits verlassen. Die Chemotherapie erfolgt in der Regel in unserer eigenen Ambulanten Onkologischen Therapieeinheit (AOT), die direkt neben der operativen Station lokalisiert ist.

Manchmal ist auch eine Bestrahlung erforderlich. Hierfür ist eine eigene Spezialsprechstunde in Kooperation mit dem Strahlentherapeuten eingerichtet (www.strahlentherapiepraxis-worms.de) . Somit kann diese Therapie gezielt und individuell geplant und die Betroffenen ausführlich beraten werden.

Die Nachsorge wird in der Regel vom niedergelassenen Frauenarzt durchgeführt. Mit allen Ärzten der Region besteht eine sehr gute Zusammenarbeit, die über einen Kooperationsvertrag geregelt ist. Hierdurch ist z.B. gewährleistet, dass das Gynäkologische Krebszentrum regelmäßig Informationen über Ihr weiteres Befinden und die Befunde aus der Nachsorge erhält. Alle diese Daten werden in ein elektronisches Tumordokumentationssystem eingegeben und fortlaufend aktualisiert. Dies ist ein wichtiges Kriterium der Qualitätssicherung und wird nur an zertifizierten Zentren in dieser Weise durchgeführt.

Die Klinik beteiligt sich aktiv sowohl an wissenschaftlichen Projekten der kooperativen Studiengruppen in Deutschland, als auch an internationalen Studien. Damit können auch innovative Therapiekonzepte geeigneten Patientinnen unter wissenschaftlicher Begleitung angeboten werden.

Ovarialkarzinom:

OTILIA-NIS (Nachfolgestudie zur AGO-Ovar 17 Studie)

Beobachtungsstudie für das progressionsfreie Überleben bei fortgeschrittenem Ovarialkarzinom, Tubenoder

Peritonealkarzinom mit der Applikation von Carboplatin und Paclitaxel über 6 Zyklen in Kombination mit

Bevacizumab (Avastin®); Avastin wird im Anschluß daran über insgesamt 18 Zyklen fortgeführt.

AGO-Ovar 20/ PAOLA-1

Randomisierte, doppel-blinde, Phase III-Studie mit Olaparib vs. Placebo bei Patientinnen mit

fortgeschrittenem FIGO IIIB-IV high-grade serösem oder endometrioidem Ovarial-, Tuben- oder primärem

Peritonealkarzinom in der Erstlinientherapie in der Kombination mit einer platin-taxan-bevacizumab-haltigen

Chemotherapie und Bevacizumab als Erhaltungstherapie

AGO-Ovar 2.21 (geschlossen – Follow up)

● bei Patientinnen mit platinsensiblen rezidivierendem Ovarialkarzinom. Voraussetzung ist das Ansprechen

einer platinhaltigen Chemotherapie bei der Erstbehandlung.

 

Zervixkarzinom:

TeQaZ- Studie

TeQaZ-Studie (Fall-Kontroll-Studie zur Häufigkeit der Teilnahme an der Krebsvorsorge und zur Qualität der Zytologie). Die TeQaZ-Studie untersucht die Teilnahme an der Krebsvorsorge und die Qualität der Krebsvorsorge. Untersucht werden Unterschiede zwischen Frauen, die an Gebärmutterhalskrebs erkrankt sind (Fälle), und Frauen, die nicht an Gebärmutterhalskrebs erkrankt sind (Kontrollen). Fälle und Kontrollen werden auch bezüglich weiterer Risikofaktoren verglichen. 

Die Klinik führt ein eigenes Tumordokumentationssystem, erhält zudem regelmäßig Informationen aus dem Rheinland-Pfälzischen Krebsregister und der Nachsorgestelle in Mainz und von den niedergelassenen Frauenärztinnen und Frauenärzten. Wir nehmen auch an der landesweiten Qualitätssicherung für die operative Gynäkologie teil. Das Brustzentrum Worms nimmt am Benchmark-Projekt des Westdeutschen Brustzentrums (WBC) teil und erhält halbjährlich die Auswertung im Vergleich zu mehr als 150 anderen Brust-Kliniken. An unserem Zentrum ist neben dem von der Ärztekammer mit Fortbildungspunkten für Ärzte akkreditierten Tumorboard auch ein Qualitätszirkel aktiv, in welchem 4 Mal jährlich aktuelle wichtige onkologische Themen interdisziplinär abgehandelt werden.
 

Auf der nachfolgenden Abbildung ist die Entwicklung des Gynäkologischen Krebszentrums in den letzten Jahren dargestellt.
 


 
Weiterführende Informationen

Die Einbettung des Gynäkologischen Krebszentrums in das fachübergreifende Onkologische Zentrum finden Sie hier:

http://www.klinikum-worms.de/onkologisches-zentrum.html

Im Onkologischen Zentrum werden fachgebiets- und abteilungsübergreifende Standards in den folgenden Bereichen realisiert:
 

  • Patientensicherheit und –identifikation
  • Onkologisches Pflegeassessment
  • Palliativmedizin, Pflegeüberleitung, SAPV
  • Schmerzerfassung und Schmerztherapie
  • Studienzentrale
  • Tumordatenbank
  • Ergebnisse aus den interdisziplinären Qualitätszirkeln 

Zu weiteren allgemeinen onkologischen Informationen empfehlen wir den Besuch der folgenden Seiten:
 
www.ago-online.de
www.krebsgesellschaft.de
www.awmf-online.de