Strahlentherapie am Klinikum Worms...
Individuelle Besprechung im Tumorboard...

Ablauf im Brustzentrum

Wird bei Ihnen z.B. durch Ihren Frauenarzt ein auffälliger oder abklärungswürdiger Brustbefund festgestellt, erfolgt zunächst die Vorstellung in einer unserer Brust-Spezialsprechstunden. Alle bislang erstellten Befunde wie z.B. Ultraschall oder Röntgen-Mammographie incl. eventuell vorhandener Voraufnahmen aus früheren Jahren sollten zu diesem Sprechstundentermin mitgebracht werden. Sie werden hier durch unabhängige Radiologen einer Zweitbefundung unterworfen.

Im Rahmen des Mammographie-Screening-Programms werden die in der Screening-Einheit Alzey (Dr. A. Kob) entdeckten Mammakarzinome bzw. abklärungswürdigen Herdbefunde in diesem Brustzentrum weiter abgeklärt und behandelt. Dazu nimmt der Leiter des Brustzentrums oder seine Vertreterin regelmäßig an den wöchentlichen Konferenzen in Alzey teil, um dort zusammen mit den Röntgenärzten und Pathologen den Patientinnen die angetroffene Befundkonstellation, deren Bedeutung und das weitere Vorgehen zu erläutern. Dadurch wird den Patientinnen viel Angst genommen, weil sie schon einmal einen Arzt oder eine Ärztin aus dem weiterbehandelnden Brustzentrum kennengelernt haben.

 

Täglich 09.00-12.00 Uhr: Hotline onkologische Tagesklinik (AOT)

Schwester Bärbel Ofenloch, Ltd. Fachschwester Onkologie AOT  (Tel.  501 3510)
Ltd. OA Dr. Kögel (Tel. 501 3503) oder OÄ Fr. Dr. Nixdorf (Tel. 501 3509)

Organisatorische Fragen / kurzfristige Patientinnen-Anmeldung / Rückfragen ambulante onkologische Therapie:

Schwester Bärbel Ofenloch, Ltd. Fachschwester Onkologie AOT  (Tel.  501 3510)

 

 

 


Brustsprechstunde

Im Rahmen der Brustsprechstunde am Donnerstag vormittag wird eine histologische Diagnose erstellt, d.h. der Herdbefund der Brust wird unter Ultraschall- oder Röntgensicht lokalisiert und eine minimal-invasive Gewebsprobe entnommen. Hierbei kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, die seit vielen Jahren im Brustzentrum etabliert sind und eine hohe Treffsicherheit und Zuverlässigkeit der Ergebnisse garantieren. Es sind die:

  • High-Jet-Stanzbiopsie unter Ultraschallsicht
  • Punchbiopsie bei Hautveränderungen
  • Punktionszytologie bei flüssigkeitsreichen Befunden unter Ultraschallsicht
  • Stereotaxie-Mammotome (unter radiologisch-mammographischer Kontrolle) bei nur in der Mammographie darstellbaren aber nicht tastbaren Herdbefunden
  • Kernspin-Mammographie (Mamma-MRT) in besonderen Ausnahmefällen

Das Ergebnis aus den gewonnen histologisch untersuchten Gewebsproben wird der Patientin innerhalb von 24- 72 Stunden in einem persönlichen Gespräch durch einen Arzt des Brustzentrums oder durch den betreuenden Frauenarzt mitgeteilt. Bei dem Nachweis einer bösartigen Veränderung und einer entsprechenden Risikokonstellation wird zunächst durch ambulante Untersuchungen der Lunge, Leber und Knochen überprüft, ob Metastasen (Absiedlungen) in diesen Organen vorliegen (Staging). Diese Termine können wir für Sie organisieren, oft übernimmt dies auch der niedergelassene Frauenarzt. Mit den Ergebnissen findet dann eine prätherapeutische Tumorboardbesprechung statt, in der Empfehlungen für das weitere Vorgehen erarbeitet und schriftlich niedergelegt werden. Das besprechen wir dann mit Ihnen und bereiten alles Weitere vor.

Dann erfolgt die stationäre Aufnahme zur Operation, in manchen Fällen ist auch eine Vorstellung z.B. in der Spezialsprechstunde für plastische Mammachirurgie erforderlich.

 

Operationen

Bei Nachweis eines bösartigen Tumors in der Brust ist dessen Entfernung im Rahmen einer Operation unumgänglich. Die Art der Operation hängt von individuellen Beschaffenheiten des Tumors und der betroffenen Brust ab. Wann immer es möglich ist, wird die brusterhaltende Methode gewählt. Dies trifft auf ca. 70-80 % der Patientinnen zu. Sollte eine Brustentfernung notwendig werden, bieten sich verschiedene Möglichkeiten des Brustwiederaufbaus in der gleichen oder einer späteren Operation an. Alle Operationen werden von erfahrenen SpezialistenInnen durchgeführt:

Wiederaufbau durch körpereigenes Gewebe:

Lokale Drüsenschwenklappen
Latissimus Dorsi- Hautmuskellappen (LaDo)
Lokaler Haut- Fett- Schwenklappen (B- Plastik, mod. B- Plastik, Advance-Lappen, Rotationslappen...)
Brustwarzen - und Vorhof- Rekonstruktion (Nippel- Areola- Rekonstruktion)
Freie Lappentransplantation (DIEP) bei unserem Kooperationspartner in der BG-Unfallklinik Ludwigshafen

Brusterhaltende onkoplastische Reduktionsplastik

Weitere Rekonstruktionsverfahren im Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner an der BG-Klinik Ludwigshafen, Abt. für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Prof. Dr. Kneser.

Wiederaufbau unter Zuhilfenahme von Prothesen:

Vordehnung der Haut an der Brustwand mit einem Expander Einlage einer Silikonprothese unter den Brustmuskel Kombination mit Techniken aus körpereigenem Gewebe (LaDo)

Während des stationären Aufenthaltes haben Sie täglich Gelegenheit, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Brustzentrums zu sprechen. Nach der Operation folgt eine stationäre Erholungs- Phase von 5- 10 Tagen. Hier wird eine Begleitung durch Physiotherapie angeboten und Sie werden unser sehr umfangreiches Angebot auf dem Gebiet der Psychoonkologie und Sozialarbeit kennenlernen.

 

Tumorboard

Mit Erhalt aller relevanten Ergebnisse wird die Folge- Behandlung in einer Besprechung mit Experten mehrerer Fachrichtungen (postoperatives interdisziplinäre Tumorboard) festgelegt. An dieser Besprechung nehmen teil:

  • Gynäkologe
  • Pathologe
  • Radiologe
  • Strahlentherapeut
  • Nuklearmediziner
  • Gynäkologischer und internistischer Onkologe
  • Psychoonkologe
  • Niedergelassene Frauenärzte

Die Nachbehandlung (adjuvante Therapie) umfasst verschiedene medikamentöse Verfahren, die im Tumorboard unter Berücksichtigung des Zustandes und der Leistungsfähigkeit der Patientin und der tumorbiologischen Eigenschaften des entfernten Knotens empfohlen werden. Hierbei finden neueste Studienergebnisse sowie die Richtlinien und Empfehlungen der Fachgesellschaften Berücksichtigung. In seltenen Fällen holen wir eine Zweitmeinung zu einer speziellen Fragestellung im Vorfeld bei einem anderen Brustzentrum ein. Grundsätzlich kommen hormonelle Verfahren (Tamoxifen, Aromataseinhibitoren, GnRH-Analoga), diverse Chemotherapien und immunologische Medikamente (z.B. Trastuzumab) sowie Angiogenesehemmer und Small Molecules der neuesten Generation wie CD3/4- oder PARP-Inhibitoren in Betracht. Das Ergebnis der Tumorboard-Besprechung wird Ihnen ausführlich und gerne im Beisein Ihrer Angehörigen in einer eigenen Sprechstunde mitgeteilt. In der Regel haben Sie zu diesem Zeitpunkt die Klinik bereits verlassen. Die Chemo- und Immuntherapie erfolgt in der Regel in unserer eigenen Ambulanten Onkologischen Therapieeinheit (AOT), die direkt neben der operativen Station lokalisiert ist.

 

Strahlentherapie

Nach einer brusterhaltenden Operation ist eine Strahlentherapie der Restbrust immer erforderlich, um das Risiko eines Wiederauftretens eines Tumors zu vermindern. In ausgewählten Situationen folgt auch nach Brustdrüsenentfernung eine Bestrahlung. Hierfür ist eine eigene Spezialsprechstunde in Kooperation mit dem Strahlentherapeuten eingerichtet (www.strahlentherapiepraxis-worms.de) . Somit kann diese Therapie gezielt und individuell geplant und die Betroffenen ausführlich beraten werden.

 

Nachsorge

Die Nachsorge wird in der Regel vom niedergelassenen Frauenarzt durchgeführt. Mit allen Ärzten der Region besteht eine sehr gute Zusammenarbeit, die über einen Kooperationsvertrag geregelt ist. Hierdurch ist z.B. gewährleistet, dass das Brustzentrum regelmäßig Informationen über Ihr weiteres Befinden und die Befunde aus der Nachsorge erhält. Alle diese Daten werden in ein elektronisches Tumordokumentationssystem eingegegeben und fortlaufen aktualisiert. Dies ist ein wichtiges Kriterium der Qualitätssicherung und wird nur an zertifizierten Brustzentren in dieser Weise durchgeführt.

 

Teilnahme an Studien und Qualitätssicherung

Die Klinik beteiligt sich aktiv sowohl an wissenschaftlichen Projekten der kooperativen Studiengruppen in Deutschland, als auch an internationalen Studien. Damit können auch innovative Therapiekonzepte geeigneten Patientinnen unter wissenschaftlicher Begleitung angeboten werden.

 

Am   B R U S T Z E N T R U M   Worms werden derzeit folgende Studien durchgeführt:

Operative Therapiestudien:

SENOMAC

Eine randomisierte, multizentrische Studie zum Vergleich der alleinigen Sentinel-Lymphknoten-Biopsie versus der Axillakomplettierung bei Tumorbefall des Sentinel-Lymphknotens bei Patienten und Patientinnen mit invasiven Mammakarzinom.

Einschlusskriterien: Patientin ≥ 35J, Tumorstadium pT1-3, pN1a (1-2 positive LK), BEO oder Mastektomie +/- Rekonstruktion geplant

TAXIS (GBG 101)

Tailored Axillary Surgery mit oder ohne axillärer Lymphknotendissektion mit anschließender Strahlentherapie bei Patienten mit klinisch nodal positivem Brustkrebs. Eine multizentrische randomisierte Phase-III-Studie.

Neoadjuvante Therapiestudie:

● Gepar Douze (GBG 96)

Randomisierte, doppelblinde Phase III Studie zur Untersuchung von Atezolizumab oder Placebo in Kombination mit einer neoadjuvanten Chemotherapie gefolgt von einer adjuvanten Monotherapie mit Atezolizumab oder Placebo bei triple- negativem Brustkrebs (TNBC).

Adjuvante Therapiestudie:

● IMPASSION030 (GBG 98)

Diese klinische Studie untersucht die Anwendung von Atezolizumab (Anti PD-L1 Antiköper) in Kombination mit adjuvanter Anthrazyklin/Taxan haltiger Chemotherapie versus Chemotherapie alleine bei Patienten mit operablem triple negativem Brustkrebs.

Die Studie eignet sich für Patienten und Patientinnen mit operablem triple negativem Brustkrebs. Mit dieser Studie bieten wir eine adjuvante Alternative zur Gepar Douze-Studie an.

Postneoadjuvante Therapiestudien:

● SASCIA (GBG 102, in Planung)

Phase-III-Studie zur postneoadjuvanten Behandlung mit dem Antikörper-Medikamenten-Konjugat Sacituzumab Govitecan bei Frauen mit frühem, HER2-negativem Brustkrebs und hohem Rückfallrisiko nach einer Standardbehandlung im neoadjuvanten Setting.

● DESTINY-Breast05 (GBG 103, in Planung)

Trastuzumab Deruxtecan (T-DXd) vs. Trastuzumab-Emtansin (T-DM1) bei HER2-positiven Hochrisikopatientinnen mit invasivem Brustkrebs nach neoadjuvanter Therapie.

Für die metastasierte Situation:

PADMA-Studie (GBG 93)

Eine Studie mit Palbociclib plus endokriner Therapie im Vergleich mit einer chemotherapie basierten Behandlung bei Patientinnen mit hormonerezeptor-positivem und HER2-negativem metastasierten Brustkrebs.

Einschlusskriterien: Metastasiertes invasives Hormonrezeptor positives und HER2 negatives Mammakarzinom (histologisch bestätigt), mit einer oder mehr Lebermetastasen oder zwei oder mehr Metastasenlokalisationen, bei Patienten, die nach der Meinung des behandelnden Arztes für eine Monochemotherapie in Frage kommen, die eine Zulassung in Europa hat und/oder laut Leitlinie für eine für eine first-line Therapie bei fortgeschrittenem Mammakarzinom vorgesehen sind.

AMICA-Studie (GBG 97)

AMICA ist eine multizentrische, prospektive, randomisierte, offene, kontrollierte Phase-II-Studie, die eine zusätzliche Gabe des CDK4/6 Inhibitors Ribociclib zu einer antihormonellen Erhaltungstherapie bei Patientinnen mit kontrolliertem, metastasiertem Brustkrebs (mindestens stabile Erkrankung) nach First-Line-Chemotherapie untersucht.

NIS RIBANNA

Eine nicht-interventionelle Studie für postmenopausale Frauen mit einem HR+/HER2-lokal fortgeschrittenen/metastasierten Brustkrebs zur Bewertung der Effektivität des Behandlungsalgorithmus, beginnend mit Kisqali® (Ribociclib) in Kombination mit einem Aromatasehemmer oder mit einer Endokrinen Therapie oder mit einer Chemotherapie als Erstlinientherapie in der klinischen Routine.

NIS IRENE

Nicht-interventionelle Studie zur Häufigkeit und Rückbildung von Eribulin (Halaven)-induzierter peripherer Neuropathie.

Einschlusskriterien sind Patientinnen mit einem lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Mammakarzinom, das für die Behandlung mit Eribulin gemäß Fachinformation infrage kommt und die maximal zwei vorherigen Chemotherapieregimes im Rahmen der fortgeschrittenen Erkrankung erhalten haben. 

 

Die Klinik führt ein eigenes Tumordokumentationssystem, erhält zudem regelmäßig Informationen aus dem Rheinland-Pfälzischen Krebsregister und der Nachsorgestelle in Mainz und von den niedergelassenen Frauenärztinnen und Frauenärzten. Wir nehmen auch an der landesweiten Qualitätssicherung für die operative Gynäkologie teil. Das Brustzentrum Worms nimmt am Benchmark-Projekt des Westdeutschen Brustzentrums (WBC) teil und erhält halbjährlich die Auswertung im Vergleich zu mehr als 150 anderen Brust-Kliniken. Am Brustzentrum ist neben dem von der Ärztekammer mit Fortbildungspunkten für Ärzte akkreditierten Tumorboard auch ein Qualitätszirkel für "Gynäkologische Onkologie" aktiv, in welchem 4 Mal jährlich aktuelle wichtige Themen der gynäkologischen Onkologie interdisziplinär abgehandelt werden.

Leistungszahlen

  • Jährlich werden ca. 450 Patientinnen mit Brustkrebs, davon ca. 220-250 Patienten mit der Erstdiagnose, in dieser Klinik und ihren Ambulanzen (ohne AOT) behandelt.
  • Insgesamt werden jährlich ca. 350 stationäre Brustoperationen von hierfür speziell ausgebildeten Operateuren durchgeführt, die nachweislich jedes Jahr mindestens 50 Brustoperationen selbst durchführen müssen. Der Leiter des Brustzentrums und die QMB OÄ Dr. Nixdorf sind bei der Deutschen Krebsgesellschaft als "Senior Mamma-Operateur" mit besonders großer Erfahrung und Expertise registriert und zertifiziert.
  • Im Brustzentrum Worms werden über 95% aller Brustoperationen von nur 3 spezialisierten Operateuren durchgeführt.
  • Jährlich nehmen wir ca. 350 Punktionen (Vakuum- Biopsie, Stanzbiopsie) vor.
  • Durch die beschriebene stufenweise Abklärung werden nur noch ausnahmsweise offene Biopsien bei gutartigen Mammabefunden erforderlich.
  • In der Ambulanten Onkologischen Therapieeinheit (AOT) werden jährlich über 1.400 Zyklen Chemotherapie verabreicht
  • Die Arbeit des Brustzentrum erfährt eine hohe Akzeptanz, wie an den stetig steigenden Leistungszahlen abzulesen ist.
  • Die Operateure des Brustzentrum nehmen regelmäßig an den wöchentlichen Konferenzen des Mammographie-Screening-Zentrums Rheinhessen in Alzey teil und klären dort die Patientinnen mit auffälligen Mammographie-Befunden über die weiteren notwendigen Schritte der Diagnostik und Therapie im Brustzentrum auf. Hierdruch ist eine optimale Verzahnung zwischen dem Mammographie-Screening-Programm und der Weiterbehandlung im Brustzentrum ohne Informationsverlust gewährleistet.

 

Weiterführende Informationen

Unter den unten aufgeführten Internet-Adressen erhalten Sie weitere fachliche Informationen zum Thema Mammakarzinom.

www.onkozert.de
www.eusoma.org
www.senologie.org
www.ago-online.de
www.krebsgesellschaft.de
www.awmf-online.de
www.asco.org
www.brustkrebsvorbeugen.de
www.strahlentherapiepraxis-worms.de