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30.06.2026 Vier kleine Wunder auf einen Streich

Vierlinge verlassen das Klinikum Worms noch vor ihrem errechneten Geburtstermin

Worms, 30. Juni 2026 – Als Arik, Ares, Raya und Ruby am 17. April 2026 in der Schwangerschaftswoche 28+1 mit einem Gewicht zwischen 995 und 1170 Gramm das Licht der Welt erblickten, war vieles ungewiss. Die Vierlinge kamen mehr als elf Wochen vor ihrem errechneten Geburtstermin am 9. Juli zur Welt. Am Freitag, den 26. Juni, rund zehn Wochen später, können die vier Geschwister gemeinsam das Klinikum Worms verlassen und mit ihren Eltern, Julie Nalugwa Hechler und Günther Hechler und ihrer großen Schwester Rhea nach Hause fahren. Für die Familie aus Ramsen, aber auch für die Teams der Frauenklinik und Geburtshilfe sowie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums Worms ist dies ein ganz besonderer Moment.

Vom Kinderwunsch zur Überraschung ihres Lebens

Eigentlich hatte sich die Familie weiteren Familienzuwachs gewünscht. Gemeinsam mit ihrer siebenjährigen Tochter träumten die Eltern von Geschwistern und einer größeren Familie. Nachdem eine Kinderwunschbehandlung in Deutschland zunächst nicht erfolgreich gewesen war, entschied sich das Paar für einen weiteren Versuch in Uganda, dem Heimatland der Mutter. „Dass ich überhaupt schwanger war, war für uns schon ein kleines Wunder“, erinnert sich Julie Nalugwa Hechler. Die eigentliche Überraschung sollte jedoch erst noch folgen. Beim Ultraschall entdeckte der behandelnde Gynäkologe zunächst zwei Embryonen. Beim genaueren Hinsehen wurden daraus drei – und schließlich sogar vier. „Ich war völlig überwältigt. Natürlich habe ich mich gefreut, aber gleichzeitig hatte ich große Angst. Vier Kinder auf einmal – wie sollen wir das schaffen?“, erzählt sie. Mit der Freude kamen jedoch auch viele Sorgen. Die werdende Mutter wusste, dass eine Vierlingsschwangerschaft mit erheblichen Risiken verbunden ist. Vor allem die Frage, ob alle vier Kinder gesund zur Welt kommen würden, beschäftigte sie bis zur Geburt.

Eine Schwangerschaft mit besonderen Herausforderungen

„Vierlingsschwangerschaften gehören zu den größten Herausforderungen in der Geburtshilfe und werden grundsätzlich als Hochrisikoschwangerschaften eingestuft“, erklärt Prof. Dr. Thalia Erbes, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtsmedizin am Klinikum Worms. „Die gleichzeitige Entwicklung von vier Föten stellt den Körper der Mutter vor enorme Belastungen. Das Risiko für schwerwiegende Komplikationen wie schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck, Leber- und Stoffwechselerkrankungen, Schwangerschaftsdiabetes, Thrombosen oder starke Blutungen ist deutlich erhöht. Gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt erheblich, da die Gebärmutter durch die Schwangerschaft außergewöhnlich stark beansprucht wird.“

Aus diesem Grund wurde die werdende Mutter ab der 26. Schwangerschaftswoche stationär im Klinikum Worms betreut. Dort wurden Mutter und Kinder rund um die Uhr überwacht. „Unser gemeinsames Ziel war es, die Schwangerschaft so lange wie medizinisch vertretbar aufrechtzuerhalten, um den Kindern möglichst viel Zeit für ihre Entwicklung zu geben. Jede zusätzliche Schwangerschaftswoche verbessert die Chancen der Kinder erheblich“, so Prof. Erbes. „Deshalb ist die engmaschige Betreuung in einem spezialisierten Perinatalzentrum so wichtig. Dass wir die Schwangerschaft bis zur 29. Woche begleiten konnten und heute alle vier Kinder gemeinsam nach Hause entlassen werden können, ist ein großer Erfolg und freut uns ganz besonders.“

Rund um die Uhr auf die Geburt vorbereitet

Eine Vierlingsschwangerschaft stellt nicht nur die werdende Mutter, sondern auch die behandelnden Teams vor besondere Herausforderungen. Da aufgrund der hohen Risiken jederzeit mit einer Entbindung gerechnet werden musste, liefen bereits Wochen vor der Geburt umfangreiche organisatorische Vorbereitungen. „Eine Vierlingsgeburt erfordert nicht nur medizinische Expertise, sondern auch eine außergewöhnliche personelle Planung“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Markus Knuf, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Worms. „Bereits ab der 24. Schwangerschaftswoche mussten wir jederzeit darauf vorbereitet sein, dass die Kinder zur Welt kommen. Deshalb haben wir über mehrere Wochen hinweg rund um die Uhr die personellen Voraussetzungen geschaffen, um die Erstversorgung aller vier Kinder jederzeit sicherstellen zu können.“ Für jedes der vier Kinder war bereits vor der Geburt ein eigenes Betreuungsteam vorgesehen. Dieses setzte sich aus einer Neonatologin beziehungsweise einem Neonatologen, einer Ärztin oder einem Arzt in Weiterbildung sowie einer spezialisierten Pflegefachkraft zusammen. „Gerade bei sehr kleinen Frühgeborenen zählt nach der Geburt jede Minute. Deshalb muss bereits im Vorfeld genau feststehen, welches Team welches Kind übernimmt. Dass wir diese personellen und organisatorischen Voraussetzungen über mehrere Wochen jederzeit gewährleisten konnten, ist keineswegs selbstverständlich und zeigt die hohe Expertise unseres Perinatalzentrums sowie das außergewöhnliche Engagement unseres gesamten Teams.“, erklärt der Chefarzt weiter. 

Vier Frühchen kämpfen sich ins Leben

Am 17. April zeigte das CTG, das die Herzfrequenz der Babys und die Wehen Funktion der Mutter aufzeichnet, schließlich regelmäßige Wehen. Schnell stand fest, dass die Kinder früher als geplant zur Welt kommen würden. In der Schwangerschaftswoche 28+1 wurden Arik (1170 Gramm), Ares (995 Gramm), Raya (1060 Gramm) und Ruby (1100 Gramm) per Kaiserschnitt geboren. Für die Geburt und die Versorgung der vier Frühgeborenen waren zahlreiche Mitarbeitende aus Geburtshilfe, Neonatologie, Anästhesie und Pflege gleichzeitig im Einsatz. Besonders erfreulich war, dass alle vier Kinder selbstständig atmen konnten. „Das ist bei einer Geburt in dieser frühen Schwangerschaftswoche keineswegs selbstverständlich und ein sehr guter Start ins Leben“, erklärt Univ.-Prof. Knuf.

Höchste Versorgungsstufe für die Kleinsten

Dass die Vierlinge heute gemeinsam nach Hause entlassen werden können, ist auch der spezialisierten Versorgung im Perinatalzentrum Level 1 des Klinikums Worms zu verdanken. Perinatalzentren dieser höchsten Versorgungsstufe sind auf die Betreuung von Früh- und Neugeborenen mit besonderen Risiken spezialisiert. Rund um die Uhr stehen erfahrene Spezialisten sowie modernste Medizintechnik, die auf die Bedürfnisse der kleinsten Patienten ausgelegt ist, zur Verfügung. „Vierlinge kommen in den allermeisten Fällen deutlich vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt. Durch die frühe Geburt sind viele Organe, insbesondere Lunge und Gehirn, häufig noch nicht vollständig ausgereift. Hinzu kommt, dass die Kinder aufgrund der begrenzten Platz- und Versorgungssituation im Mutterleib oft ein sehr niedriges Geburtsgewicht haben und ein erhöhtes Risiko für Entwicklungsstörungen aufweisen“, erklärt Univ.-Prof. Knuf. „Gerade bei sehr frühen Frühgeburten ist die Versorgung in einem Perinatalzentrum Level 1 von entscheidender Bedeutung. Dass wir vier Kinder, die bereits in der 29. Schwangerschaftswoche geboren wurden, gemeinsam und noch vor ihrem errechneten Geburtstermin nach Hause entlassen können, ist keineswegs selbstverständlich. Es zeigt, welche Bedeutung eine hochspezialisierte Versorgung für den Start ins Leben haben kann.“

Mehr als medizinische Betreuung

Für Julie Nalugwa Hechler war die Zeit im Klinikum nicht nur medizinisch, sondern auch emotional eine große Herausforderung. Umso dankbarer blickt sie heute auf die vergangenen Wochen zurück. „Ich war emotional oft am Limit. Die gesamte Situation war unglaublich belastend. Aber das Team hat mich durch diese Zeit getragen. Egal ob Ärztinnen, Ärzte, Pflegekräfte oder Hebammen – alle haben sich Zeit genommen, alles erklärt und mir jede Angst genommen.“ Besonders beeindruckt habe sie die Zusammenarbeit zwischen Frauenklinik und Kinderklinik. „Man hat gemerkt, dass hier alle an einem Strang ziehen. Es war ein echtes Team. Diese Sicherheit hat uns unglaublich geholfen.“ Neben der medizinischen Versorgung unterstützte unter anderem der Sozialdienst die Familie bei organisatorischen Fragen und der Vorbereitung auf das Leben als siebenköpfige Familie.

Auch Klinikums-Geschäftsführer Daniel Herke zeigt sich beeindruckt: „Vier Kinder gemeinsam mit ihren Eltern nach Hause gehen zu sehen, ist für alle Beteiligten ein ganz besonderer Moment. Diese Geschichte zeigt eindrucksvoll, welche Spitzenmedizin und welches außergewöhnliche Engagement in unserem Haus gelebt werden. Besonders stolz bin ich auf die hervorragende Zusammenarbeit unserer Teams. Hier haben zahlreiche Berufsgruppen und Fachabteilungen über Wochen hinweg Hand in Hand gearbeitet, um Mutter und Kinder bestmöglich zu begleiten. Dieses Miteinander, gepaart mit hoher fachlicher Kompetenz und großer Menschlichkeit, zeichnet das Klinikum Worms aus“

Endlich zu siebt

Bereits zwei Wochen nach dem Kaiserschnitt konnte die Mutter das Krankenhaus verlassen. Seitdem führte der Weg der Familie täglich von Ramsen nach Worms. Nun dürfen Arik (2985 Gramm), Ares (3015 Gramm), Raya (3090 Gramm) und Ruby (3000 Gramm) endlich nach Hause. „Am Anfang hatte ich große Angst, ob wir wirklich mit vier Kindern nach Hause gehen würden. Heute dürfen wir genau das tun. Dafür sind wir unendlich dankbar“, sagt die Mutter. Während für das Team des Klinikums Worms eine außergewöhnliche Geschichte endet, beginnt für die Familie nun ein neues Kapitel. Mit einem Lächeln blickt die Mutter auf die Zukunft: „Ehrlich gesagt weiß ich manchmal noch gar nicht, wie wir das alles schaffen sollen. Aber wir freuen uns riesig darauf, endlich als Familie komplett zu Hause zu sein.“

 

 

Unser Pressebild zeigt: Familie Hechler – die Eltern Julie und Günther Hechler, ihre siebenjährige Tochter Rhea sowie die Vierlinge Arik, Ares, Raya und Ruby – gemeinsam mit dem Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Univ.-Prof. Dr. Markus Knuf, der Oberärztin der Neonatologie, Dr. Silke Haag, sowie dem Leitenden Oberarzt der Frauenklinik und Geburtshilfe, Dr. Ramin Mahouttchi-Hosseini. Nach rund zehn Wochen im Klinikum Worms darf die Familie gemeinsam nach Hause – und startet nun zu siebt in ihren neuen Alltag.

Bildquelle; Klinikum Worms

Über uns:

Das Klinikum Worms ist ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung mit 696 Betten, verteilt auf 12 Hauptfachabteilungen sowie eine Belegabteilung. Aktuell kümmern sich über 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um jährlich rund 30.000 stationär und über 40.000 ambulant behandelte Patientinnen und Patienten. Das Klinikum Worms gehört damit zu den fünf größten Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz. www.klinikum-worms.de  

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